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Neustadt in Holstein

Koordinaten: 54° 6′ N, 10° 49′ O

Neustadt in Holstein (niederdeutsch: Niestadt in Holsteen) ist eine Stadt im Kreis Ostholstein in Schleswig-Holstein. Gegründet wurde sie im Jahr 1244 von Adolf IV. von Holstein. Neustadt in Holstein war ehemals für seine Hafenanlagen bekannt, heute ist es Reiseziel vieler Touristen und dient als Erholungs- und Kulturort.

Geografie

Neustadt in Holstein ist eine Hafenstadt in Wagrien an der Lübecker Bucht (Ostsee), 32 km nördlich von Lübeck und 67 km südöstlich von Kiel. In der Nähe liegende größere Orte sind an der Lübecker Bucht im Süden Sierksdorf und Scharbeutz, im Osten Grömitz, ferner westlich liegend Rogerfelde ein Ortsteil der Gemeinde Altenkrempe und nordöstlich Merkendorf ein Ortsteil der Gemeinde Schashagen.

Natur

Nordwestlich der Stadt befindet sich das Naturschutzgebiet Neustädter Binnenwasser, ein Brackwassersee mit angrenzenden Salzwiesen. Neustadt ist von vielen Äckern mit Knicks umgeben.

Naturschutz

Um den Naturschutz im Raum Neustadt in Holstein kümmert sich der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland. Das größte Projekt des BUND ist das Umwelthaus Neustädter Bucht. Das Hauptgebäude des im Mai 1991 gegründeten Umwelthauses Neustädter Bucht wurde bis Anfang 1991 für ein Jugendaufbauwerk genutzt. Das Umwelthaus wurde von engagierten Lehrern, Eltern und Politikern gegründet. Man möchte eher jüngere Kinder ansprechen und diese für die Natur sensibilisieren, sodass diese selbst ein Gespür für sich und die Natur entwickeln. Die Einrichtung hat drei feste Angestellte und wird vom BUND betreut. Außerdem wird ein FöJ (Freiwilliges Ökologisches Jahr) angeboten.

Die Bürgerinitiative für ein besseres Müllkonzept in Ostholstein e.V. gründete sich, nachdem bekannt wurde, dass der Zweckverband Ostholstein (ZVO) die Verbrennungskapazität seines Müllheizkraftwerkes im Industriegebiet westlich der Stadt Neustadt von 80.000 t pro Jahr auf 140.000 t erweitern wollte. Die BI trat dafür ein, die Anlage am vorhandenen Standort nicht auszubauen und mobilisierte Widerstand in der Öffentlichkeit gegen die ZVO-Planungen. Im Planfeststellungsverfahren für die Anlagenerweiterung erhoben daraufhin mehr als 5000 betroffene Einzelpersonen Einwendungen. Unter dem Eindruck des Widerstandes in der Bevölkerung stellte sich auch die Stadt Neustadt gegen die ZVO-Planungen und klagte gegen die Teilgenehmigung des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume für die Erweiterung des Müllheizkraftwerkes. Das Oberverwaltungsgericht Schleswig hob am 2. Februar 2010 die Teilgenehmigung auf.[2] Ein halbes Jahr nach der Gerichtsentscheidung gab der ZVO bekannt, dass er auf die Erweiterung seines Müllheizkraftwerkes verzichten wolle.[3]

Stadtteile

Neustadt in Holstein gliedert sich in die Stadtteile Neustadt, Pelzerhaken und Rettin.

Pelzerhaken liegt etwa 4 km südöstlich der Kernstadt. Es ist durch sein unbebautes Hinterland und seine Nähe zum Strand geprägt. Pelzerhaken bietet Urlaubsgästen circa 2200 Übernachtungsmöglichkeiten, die meisten davon auf Campingplätzen. Das alte Bundeswehrgelände wird zum Bau von Ferienhäusern genutzt.

Die Rettiner Wiesen trennen Pelzerhaken von Rettin im Osten. Rettin ist ebenfalls touristisch geprägt und verfügt über Sandstrände sowie eine Mini-Golf-Anlage.

Geschichte

Neustadt wurde im Jahre 1244 von Graf Adolf IV. von Holstein als Neue Stadt von Altenkrempe gegründet, das landeinwärts am flachen Binnenwasser liegt. Dort findet sich eine bedeutende Basilika von 1140. Historisch von Belang sind die Kirche von 1244, das Hospital zum Heiligen Geist von 1344 und das Kremper Tor aus dem Mittelalter. In Neustadt besteht seit 1474 die älteste Fischerinnung Deutschlands.

Bereits zur Hansezeit stellte der Hafen von Neustadt einen wichtigen Anlaufhafen für holländische und dänische Schiffe dar. Schiffe der Hanse (universi mercatores de hansa Theutonicorum) liefen den Neustädter Hafen nur selten an, weil Neustadt nicht zur Hanse gehörte, obwohl es lübsches Recht hatte. Dieses machte die Stadt für holländische Kauffahrer und für die Vitalienbrüder interessant, weil sie keine Stapelrechte beachten mussten. Die Haupteinnahmequellen von kleinen Dörfern wie dem nur 15 Kilometer entfernt gelegenem Grömitz waren die Landwirtschaft (gestützt durch das Kloster Cismar) und die Fischerei. Somit leisteten auch Ortschaften wie Grömitz einen bescheidenen Anteil an einem der Haupthandelsgüter – gesalzener Hering in Fässern, welcher aus dem Neustädter Hafen exportiert wurde. Der große Kronleuchter in der Stadtkirche gibt Zeugnis von einem der vielen großen Kriegsschiffe für die dänische Krone (Christian IV. und Friedrich III.), die in den Jahren von 1639 bis 1669 im Neustädter Hafen gebaut wurden.[4]

Das letzte Seegefecht der Schleswig-Holsteinischen Erhebung vor dem Gefecht von Idstedt fand am 20./21. Juli 1850 in der Neustädter Bucht statt. Dabei sank das Schleswig-Holsteinische Kanonenboot Nr. 1 von der Tann. Nach dem deutsch-dänischen Krieg 1864 kam Neustadt zunächst wie das gesamte Holstein unter österreichische Herrschaft, 1866 an Preussen.

Neustadt/Pelzerhaken war Standort des Nachrichtenmittelversuchskommandos seit 1923 (Nachrichtenmittelversuchsanstalt, kurz NVA) zur Entwicklung der Funkmesstechnik (Radar). In der Zeit von 1964 bis 1992 diente der Fernmeldeturm M in Neustadt/Pelzerhaken der Fernmelde- und elektronischen Aufklärung durch den Marinefernmeldesektor 73.

Von Dezember 1944 bis zum 1. Mai 1945 befand sich in Neustadt das KZ Neustadt in Holstein. Der Komplex wurde später in das Krankenhaus eingegliedert.

Vor Neustadt wurden am 3. Mai 1945 das ehemalige Fahrgastschiff Cap Arcona und die kleinere Thielbek mit Häftlingen des KZ Neuengamme von alliierten Flugzeugen versenkt, eine der drei schwersten Katastrophen der Seefahrt in der Geschichte. Die Bewohner der Stadt selbst spielten in diesem Zusammenhang eine unrühmliche Rolle: Häftlinge aus dem KZ Stutthof bei Danzig, welche die SS mit Lastkähnen über die Ostsee transportieren ließ, sollten ursprünglich ebenfalls auf die Cap Arcona verschifft werden, wurden jedoch wegen Überfüllung des Schiffs abgewiesen. Angesichts der militärischen Lage und des Vorrückens britischer Vorauskommandos verließen die SS-Wachmannschaften die Lastkähne. Die Schiffe trieben ans Ufer, wo sich die Häftlinge am frühen Morgen des 3. Mai auf die Suche nach Nahrungsmitteln im Raum Neustadt machten. Aufgeschreckte Neustädter Bürger, Angehörige der Kriegsmarine sowie einer Versehrteneinheit und des Volkssturms trieben daraufhin in der sogenannten „Sammelaktion“ die Häftlinge zusammen und erschossen fast 300 von ihnen, darunter Frauen und Kinder. Der Rest wurde auf das Schiff Athen gebracht, das am Marinehafenkai lag, wo etliche von ihnen den Luftangriffen zum Opfer fielen. Der britische Stadtkommandant gab nach Kenntnisnahme des Massakers Neustadt zur Plünderung frei − wohl auch, um auf diese Weise die Versorgung der überlebenden Häftlinge der Cap Arcona, der Athen und anderer Schiffe nicht selber organisieren zu müssen.

1969 wurde der Stadt die Ehrenfahne des Ministerkomitees des Europarats verliehen; Neustadt darf sich seither Europastadt nennen.[5][6] Am 23. September 2008 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Kommunalpolitik

Bürgermeister

Der erste Bürgermeister von Neustadt, Christianus, der hauptsächlich für Altenkrempe zuständig war, regierte ab 1221 bis zu einem unbekannten Zeitpunkt. Der nächste bekannte Bürgermeister war Johannes Gneningen aus dem Jahr 1352.

 

Amtszeit

Name

Anmerkungen

1785–1803

Joach. Ernst Hinzpeter

 

1804–1849

Peter Romundt

 

1843–1853

W. A. v. Fischer-Benzon

 

1853–1866

L. Kohlmann

 

1866–1867

Franz Hinrich Simon

 

1867–1867

Franz Rehder

 

1867–1867

Stadtrat Sander

in Vertretung

1867–1870

Joh. Heinrich Kipke

 

1870–1880

Jacob Martens

 

1880–1880

Stadtrat Sander

in Vertretung

1880–1903

Hans Gabriel

 

1903–1916

Johs. Tauscher

 

Amtszeit

Name

Anmerkungen

1916–1918

Otto Waage

kommissarisch

1918–1919

August Heise

 

1919–1933

Max Rehr

 

1933–1945

Hans Thaysen

 

1945–1954

Paul Haas

 

1954–1972

Hans-Joachim Wollenberg

 

1972–1984

Hans-Joachim Birkholz

 

1984–1996

Horst Kratzmann

 

1996–2000

Torsten Reinholdt

 

2000–2000

Klaus Krohn

kommissarisch

2000–2012

Henning Reimann

 

2012–

Tordis Batscheider

 

Parteien

Der Seniorenbeirat

Der Seniorenbeirat ist eine kommunale, konfessionslose und unparteiliche Einrichtung der Stadt, die sich für die Interessen der über 5500 Senioren in Neustadt einsetzt, erstmalig am 25. Juni 1992 gewählt und Mitglied im Kreisseniorenbeirat sowie im Landesseniorenrat Schleswig-Holstein e. V. ist. Die Amtszeit für die elf gewählten Mitglieder beträgt vier Jahre. Es ist für die Bürger Neustadts in den öffentlichen Sitzungen möglich, Fragen zu stellen, Hinweise und Anregungen zu geben und auch jederzeit persönlich mit den Mitgliedern zu sprechen. Die gewählten Vertreter arbeiten ehrenamtlich und haben ein Rede- und Antragsrecht in der Ratsversammlung sowie in den Fachausschüssen. Sie setzen sich für vieles wie die Verbesserung der Sicherheit für ältere Menschen im Straßenverkehr, kooperative Zusammenarbeit mit allen Organisationen, Einrichtungen und Verbänden, die Tätigkeiten für ältere Generationen ausüben oder auch die Schaffung von Weiterbildungsangeboten ein.

Kinder- und Jugendarbeit

Die Stadt Neustadt stellt einen eigenen Kinder- und Jugendberater im Jugendcafé, Jugendtreff und die Koordination von Projekten für Kinder mit anderen ehrenamtlichen Mitarbeitern betreut. Die Kinder selber haben die Möglichkeit, alle zwei Jahre 15 Abgeordnete für ein Kinder- und Jugendparlament zu wählen. Diese sollen sich für die Interessen der Jugendlichen in den Ausschüssen einsetzen und selber Projekte organisieren. Neustadt nimmt an dem Bundesprojekt Vielfalt tut gut teil. Im Stadtteiltreff am Westpreußenring soll die Lebenssituation der dort lebenden Familien verbessert werden.

Verwaltung

Neustadt hat nach dem 28. Artikel und 2. Abschnitt des Grundgesetzes ein Recht zur freien Selbstverwaltung und darf damit in für die Stadt wichtigen Angelegenheiten im Rahmen der Reservatsverwaltung Entscheidungen treffen und diese überwachen. Diese Aufgabe nimmt Stadtverordnetenversammlung mit ihren Ausschüssen wahr und wird durch den Bürgermeister ausgeführt.

Behindertenbeauftragte

Seit dem 26. April 2013 gibt es in Neustadt einen Beauftragten für Menschen mit Behinderung, der sich für deren Interessen einsetzt und in den Ausschüssen der Stadt Berichte vorlegt.

Wappen

Blasonierung: „In Rot ein auf blauen Wellen fahrendes goldenes Boot mit zwei Männern, von denen der eine die Schwurhand mit ausgestreckten Fingern erhebt, der andere das Steuer führt; über dem Boot das silberne holsteinische Nesselblatt.“[7]

Städtepartnerschaften

  • Europäische Partnerstadt Neustadts ist Rønne auf Bornholm.
  • Die Stadt ist auch Mitglied in der größten internationalen Städtefreundschaft Neustadt in Europa, einer Arbeitsgemeinschaft von 36 Städten und Gemeinden in sechs mitteleuropäischen Ländern, die den Namen Neustadt tragen.

Schulen

Das Städtische Gymnasium liegt wenige Meter vom Strand der Ostsee entfernt. Der Bau begann 1958. Am 22. Februar 1960 fand der erste Unterrichtstag in dem neuen Gebäude statt. Die Schule besteht aus drei Trakten, die durch einen Flur verbunden sind, außerdem befinden sich die Naturwissenschaften Biologie, Chemie und Physik in einem dreistöckigen Anbau. Es gibt zwei Turnhallen, eine neue große Sporthalle und eine ältere. Die Schule besitzt einen Computerraum und ein Internetcafé. Der zweite Bauabschnitt wurde 1963 in Betrieb genommen. 2008 wurde die Mensa fertiggestellt; sie ist zweistöckig und befindet sich im ehemaligen Innenhof der Schule. Durch den Mensa-Anbau wurde der Innenhof verkleinert. Die letzte Veränderung fand 2012 mit den Renovierungsarbeiten an der neuen Sporthalle statt.

Der jetzige Schulleiter (seit 2001) ist Herr Beier. Der erste Schulleiter (1959–1970) war Herr Illing; seine Nachfolger waren Herr Grewe (bis 1982) und Dr. Klopsch (bis 2000). Mit dem 50-jährigen Jubiläum im Jahr 2009 übernahm die Stadt Neustadt in Holstein erneut die Schulträgerschaft. Seitdem heißt die Schule nicht mehr „Kreisgymnasium Neustadt“, sondern „Städtisches Gymnasium Neustadt in Holstein – Küstengymnasium Neustadt“. In der Oberstufe ist es erwünscht, dass jeder Schüler einen Laptop besitzt, da das Gymnasium seit 2004 eine Laptop-Schule ist. Die digitalen Lern- und Arbeitsmaterialien werden oft mit in den Unterricht einbezogen: Fast jeder Raum der Schule ist mit sogenannten Whiteboards ausgestattet. In Zukunft soll jeder Raum über ein Whiteboard verfügen. Die Schule greift auf die Lernplattform „fronter“ zu, auf der jeder Schüler seinen eigenen Account hat. Dort können Hausaufgaben hochgeladen oder für die Schüler wichtige Dinge angezeigt werden. In der Eingangshalle und in der Mensa hängt jeweils ein Flachbildschirm, auf dem der Vertretungsplan angezeigt wird. Diesen kann man auch bequem von zu Hause aus über die Homepage der Schule abrufen.[8] An der Schule werden viele Projekte, Schüleraustausche und Arbeitsgemeinschaften angeboten. Dazu zählen zum Beispiel die Golf- und Segel-AG, die Austauschländer Frankreich, Singapur oder Hongkong und das Comenius-Projekt. Seit dem 1. Mai 2013 hat das Gymnasium einen Schulsozialarbeiter. Zurzeit (2013) gibt es ungefähr 42 Lehrer und ca. 564 Schüler an dieser Schule.

Die Namensgebung der Jacob-Lienau-Gemeinschaftsschule geht zurück auf den Neustädter Kaufmann Jacob Lienau. Am 1. April 1939 wurde in Neustadt der Mittelschul-Unterricht aufgenommen; die Unterrichtsräume waren verteilt auf Schulhäuser in der Königsstraße, der Kirchenstraße und der Waschgrabenallee. Am 11. April 1945 wurden Lazarette in den Schulgebäuden Waschgrabenallee, Rosengarten und Rettiner Weg eingerichtet. Nach dem 19. April 1946, nach der Cap Arcona-Katastrophe, entspannte sich die Lage etwas. Es herrschte zu dieser Zeit großer Lehrermangel, da es für die im Krieg gefallenen Lehrer keinen Ersatz gab. Nach dieser Zeit stieg die Schülerzahl durch die Evakuierten und Flüchtlinge an; zudem gab es Mangel an Büchern, Heften, Bleistiften und anderen Arbeitsmaterialien. Ab 1949 verkleinerte sich das Einzugsgebiet der Mittelschule in Neustadt in Holstein durch die Gründung von Mittelschulen in Eutin, Oldenburg, Lensahn, Grömitz und Heiligenhafen. Am 1. Dezember 1950 wurde das Kasernengebäude auf dem U-Schulgelände bezogen. Damit war die Zeit der Raumnot und des ständigen Wanderns vorüber. 2009 entstand aus der ehemaligen Jacob-Lienau Realschule und der Hochtor-Grundschule eine Gemeinschaftsschule. Beide Schulen liegen in enger Nachbarschaft in der Schulstraße 2. Im Jahr 2012 besuchten rund 620 Schüler die Schule, davon 300 Gemeinschaftsschüler und 320 Real– und Hauptschüler aus den vorherigen Jahrgängen.

Bisher gab es sechs Schulleiter an der Jacob-Lienau-Schule:

  • 1. April 1939 – 10. Oktober 1945: Karl Schulz
  • 23. April 1946 – 15. Juni 1947: Walter Raschert
  • 16. Juni 1947 – 13. März 1957: Dr. Ernst Schwarz
  • 1. April 1957 – 17. Juli 1978: Friedrich Christiansen
  • 1. August 1978 – 31. Juli 2006: Fritz Schramm
  • seit 1. August 2006: Jörg Schmidt

An dieser Schule sind ein ausgebildeter Schulsozialarbeiter und eine tägliche Hausaufgabenhilfe beschäftigt. 2013 wurde eine Mensa eröffnet, in der kalte sowie warme Mahlzeiten in der Mittagspause angeboten werden. Das Herz der Schule ist die Aula der Schule, in der Aufführungen der verschiedenen Theater-AGs in Neustadt sowie Gastspiele auswärtiger Bühnen stattfinden. Zudem findet dort die jährliche Weihnachtsfeier für Senioren aus dem DANA Ostsee-Seniorenzentrum statt.

Die Steinkamp-Schule wird als Gemeinschaftsschule bezeichnet, da sie seit Anfang 2012 mit der Hochtor-Grundschule verbunden wurde und somit als eine gemeinschaftliche Grundschule von Neustadt gilt. Der Schulneubau wurde 1965 fertig gestellt. 1973 wurden Turnhallen hinzugefügt, 2001 kam eine Mensa dazu. 2011 begann mit Blick auf den Zusammenschluss mit der Hochtor-Grundschule der Anbau mehrerer Klassenräume, Waschräume usw. 2012 wurde die Hochtor-Grundschule mit der Steinkamp Schule verbunden. Die Leitung der jeweiligen Schulen lag bei Frau Gärtner (Hochtor-Grundschule) und Herrn Bohl (Steinkamp-Schule). Seit Februar 2012 ist Frau Grave die Schulleiterin der Gemeinschaftsschule. Der Schulhof misst zurzeit 6000 m² und das gesamte Gelände ist etwa 1,5 ha groß. Die Schule hat 35 Lehrkräfte, die 550 Schüler in 23 Klassen unterrichten. Als das Gemeinschaftsprojekt begonnen wurde, hat man beschlossen, dass sich die Grundschule auf individuellen Unterricht spezialisiert, sodass jedes Kind angemessen gefördert wird. Die Stärken der Schule sind zudem die Hausaufgaben- und Mittagsessenbetreuungen, Lesemotivationsstunden und Kooperationen mit Förderzentren und außerschulischen Partnern, sowie auch die Ausstattung der 1. Klassen mit Smart-Boards und die intensive Nutzung neuer Medien. Zusätzlich bietet die Schule einen Chor an und wird von tatkräftigen Eltern unterstützt. Für das Gesamtprojekt waren Investition von über 1,1 Millionen Euro erforderlich.

Wirtschaft

Die Stadt hat Handels-, Marine- und Yachthafen und ist Sitz der Bundespolizei See (Küstenwache – die gleichnamige deutsche Fernsehserie entsteht hier). Außerdem befindet sich in Neustadt eine SAR-Schule der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Neustadt in Holstein ist Sitz der Reederei Peter Deilmann und damit Heimathafen des Hochsee-Kreuzfahrtschiffes Deutschland.

Neustadt ist staatlich anerkanntes Seebad, der Tourismus nutzt die Sandstrände in den Ortsteilen Pelzerhaken und Rettin und den Hansa-Park (Vergnügungspark) im Nachbarort Sierksdorf.

Die Stadt ist darum bemüht, den Tourismus der Vor- und Nachsaison mit Unterstützung von EU-Fördermitteln aus dem ELER-Programm zu beleben. So wurde 2008 im Ortsteil Pelzerhaken eine Swingolfanlage errichtet.

Kliniken

Ein weiterer wirtschaftlicher Schwerpunkt ist das Gesundheitswesen. So gilt Neustadt mit drei Krankenhäusern am Ort auch als Gesundheitsstadt. Die Ameos-Klinik, die Schön-Klinik Neustadt und das Kinderzentrum Pelzerhaken sind weit über die Landesgrenzen bekannte Einrichtungen.

Die Ameos-Klinik Neustadt verfügt über drei Schwerpunkte: Psychiatrie und Psychotherapie, Gerontopsychiatrie und Gerontopsychotherapie und Abhängigkeitserkrankungen. Für Menschen, die eine Straftat begangen haben, eine psychische Krankheit vorlag, der Täter schuldunfähig bzw. vermindert schuldfähig ist und die Gesellschaft vor weiteren Straftaten geschützt werden muss, gibt es die forensische Psychiatrie und Psychotherapie. Psychisch kranke Straftäter aus ganz Schleswig-Holstein, die nach § 63 StGB eine solche Maßregel erhalten, kommen in die Ameos-Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie. Insgesamt verfügt die Ameos-Klinik Neustadt über 247 Betten. Es wurden im Jahr 2010 3.647 Patienten vollstationär, 133 teilstationär und 4.843 ambulant behandelt.

Die Fachzentren der Ameos-Klinik Neustadt:

  • Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie:
  • Die Klinik bietet ambulante psychiatrisch- psychotherapeutische Behandlung mit dem Schwerpunkt Borderline an.

  • Klinik für Neurologie und Neurophysiologie
  • Der Schwerpunkt dieses Fachzentrums liegt bei Morbus Parkinson und Multiple Sklerose.

Im Hans-Ralfs-Haus gibt es die Möglichkeit für Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam künstlerisch kreativ zu werden. Das großes Atrium bietet Platz für Ausstellungen, Konzerte, Theatervorführungen, Projekte und Workshops.

Die Schön-Klinik Neustadt ist ein Krankenhaus direkt am Ostseestrand in privater Trägerschaft. Die Klinik sichert mit 520 Betten die Akut-, Regel- und Notfallversorgung der Region Ostholstein. In insgesamt neun medizinischen Fachzentren arbeiten über 900 Mitarbeiter. Im Jahr 2012 behandelt die Schön-Klinik Neustadt insgesamt rund 19.000 stationäre und knapp 52.000 ambulante Patienten.

Die Fachzentren der Schön-Klinik Neustadt:

  • Klinik für Orthopädie
  • Klinik für Wirbelsäulenchirugie mit Skoliosezentrum
  • Klinik für Chirurgie und Unfallchirurgie
  • Klinik für Hand-, Brust-, Plastische und Ästhetische Chirurgie
  • Klinik für Orthopädische Rehabilitation
  • Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin
  • Klinik für Innere Medizin und Kardiologie
  • Klinik für Neurologie und Klinische Neurophysiologie
  • Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie

Die Schön-Klinik Neustadt ist seit Herbst 1999 nach den Normen der DIN EN ISO 9001 zertifiziert. Der Bereich der Klinik für orthopädische Rehabilitation wurde zusätzliche mit dem Gütesiegel „Medizinische Rehabilitation in geprüfter Qualität“ des Landes Schleswig-Holstein ausgezeichnet. Außerdem ist das Haus Lokales Traumzentrum und seit 2003 Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Lübeck.

Das Kinderzentrum Pelzerhaken ist eine Sozialpädiatrische Fackklinik, Sozialpädiatrisches Zentrum gGmbH und Fortbildungsinstitut. Es werden Säuglinge mit Fütterstörung über Kinder mit Störungen des Verhaltens bis hin zu Jugendlichen mit komplexen Behinderungen. Der Leitspruch heißt „von Möglichkeiten zu Fähigkeiten“. Das Kinderzenrum hat circa 1.000 behandelte Kinder pro Jahr und verfügt über 35 Betten im Krankenhaus. Der stationäre Aufenthalt dauert überwiegend 2–4 Wochen, jedoch kann er zwischen 3 Tagen und 8 Wochen variieren. Nach der Entlassung ist eine dauerhafte ambulante Betreuung möglich. Die Kernbereiche der Neuropädiatrie reichen bis zur Kinder- und Jugendpsychiatrie. Insgesamt sind derzeit am Kinderzentrum Pelzerhaken ca. 70 Vollkräfte beschäftigt. Der Förderkreis e.V. unterstützt das Kinderzentrum bei ihrer Arbeit und hilft, wenn Krankenkassen oder staatliche Institutionen nicht zuständig sind.

Es gibt vier Stationen:

  1. Für chronisch neurologische erkrankte Kinder
  2. Für Kinder mit Entwicklungsstörungen im Bereich der intellektuellen Fähigkeiten
  3. Für Kinder bei Schwierigkeiten im Bereich der sozialen-und/oder emotionalen Entwicklung bzw. im familiären Umfeld
  4. Für Kinder mit neuropädiatrischen Erkrankungen vom Säuglingsalter bis zum Vorschulalter

Verkehr

Neustadt liegt an der Vogelfluglinie nach Dänemark, mit zwei Autobahnanschlüssen (Autobahn A1). Neustadt liegt unmittelbar an der Verkehrsachse zwischen der Metropolregion Hamburg und der Öresundregion Kopenhagen-Malmö.

Regionalzugverbindungen bestehen nach Lübeck. Der Personenbahnhof Neustadt ist ein Endbahnhof an einer kurzen Stichstrecke, die im Neustadt Gbf nach Osten von der Vogelfluglinie aus Richtung Lübeck abzweigt. Über eine Verbindungskurve waren bis in die 1960er Jahre auch Zugfahrten von Neustadt in und aus Richtung Norden auf die Vogelfluglinie möglich. Heute werden aus Lübeck kommende Züge bei einem Betriebshalt im Bahnhof Neustadt Gbf kurz vor dem Endhaltepunkt Neustadt geteilt. Ein Zugteil fährt über Oldenburg weiter nach Puttgarden, der andere endet in Neustadt. Bei Fahrten in umgekehrter Richtung nach Lübeck werden die beiden Zugteile aus Puttgarden bzw. Neustadt im Bahnhof Neustadt Gbf vereinigt. Die Strecke nach Eutin wurde 1982 stillgelegt und die Gleise 1984/85 abgebaut.

Nächster Flughafen ist der Flughafen Lübeck-Blankensee. Im nahe gelegenen Sierksdorf befindet sich der Sonderlandeplatz (SLP) Hof Altona mit einer Grasbahn von 500×30 m.

Gewerbegebiet

Das Gewerbegebiet „Neustädter Bucht“ ist das interkommunale Gewerbegebiet der Stadt Neustadt und der Gemeinde Sierksdorf. Es liegt direkt an der A1 an der Autobahnanschlussstelle Neustadt in Holstein-Mitte. Ein Vorteil dieses Gewerbegebiet sind kurze Wege zum Seehafen Neustadt in Holstein und zu den Flughäfen Lübeck, Hamburg und Kiel. Die Gesamtgröße des Gewerbegebietes beträgt 98.500 m². Es haben sich dort metallverarbeitende Betriebe, Bäckereien, Druckereien, Segelmacher, Lackierer, Bestattungsunternehmen und andere Dienstleister, jedoch keine Einzelhandelsbetriebe angesiedelt. Die Größen der Gewerbeflächen sind variabel und werden an die Bedürfnisse der Käufer angepasst.

Zu den wichtigsten Betrieben gehören Gollan und Doll-Park. Gollan ist eine Unternehmensgruppe in den Bereichen Bau, Immobilien, Recycling und Kraftfahrzeuge.

Hafen

Neustadt verfügt über einen Seehafen. Für Wassersportler bieten der kommunale Jachthafen sowie zwei weitere Marinas mehr als 1500 Liegeplätze. Der Seehafen liegt nur in nur wenige Minuten zu Fuß von der Innenstadt entfernt. Im Norden wird der Hafen durch eine Brücke zum Binnenwasser eingegrenzt.

Der Hafen der Stadt ist immer schon von Traditionsschiffen angefahren worden. Vielen ist der Großsegler „Lili Marleen“ bekannt, der von der Reederei Deilmann eingesetzt wurde und bis 2004 unter der Flagge der Neustädter Reederei fuhr. Heute ist der Hafen ein Güterhafen, in dem überwiegend Getreide abgefertigt wird. Im Jahr 2008 wurden rund 120.000 t Güter im Neustädter Hafen verladen. Aber auch Passagiere werden am Kommunalhafen der Stadt Neustadt in Holstein begrüßt. Bis zu 3000 Passagiere nutzten den Kommunalhafen in den Jahren 2008/2009.

Für Schiffe, die im Kommunalhafen anlegen, gelten folgende Maximalabmessungen: Länge über alles 120 m, Breite über alles: 20 m, Tiefgang: 5,50 m bei Pegel NN. Die Stromversorgung ist an allen Liegeplätzen mit 230 V, an der Westseite des Hafens mit 400 V möglich. Auch die Versorgung mit Trinkwasser, Proviant und Brennstoffen kann organisiert werden. Tankreinigung und Bilgenwasserentsorgung von Schiffen erfolgt gegen Auftrag. Eine Fäkalien- und Abwasseraufnahmestation ist vorhanden.

Entlang des Hafens wurde der Fußweg am unteren Jungfernstieg 2006 zu einer Promenade ausgebaut. Längs der Promenade wurde der Neustädter Kunst-Kilometer eingerichtet. Die Stadt gibt dort schleswig-holsteinischen Künstlerinnen und Künstlern Gelegenheit, Skulpturen und Installationen im öffentlichen Raum zu präsentieren. Zurzeit (2013) sind vierzehn Kunstwerke von acht verschiedenen Urhebern vorhanden, darunter Möwen aus weißem Marmor von Pierre Schumann und Strömung aus Anröchter Dolomit von Jochen Schumann. Mit einem weiteren Kunstwerk soll diese Präsentation vorerst abgeschlossen werden.[9]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Backsteingotische Stadtkirche von 1244; ihr gotischer Altar stammt ursprünglich aus dem Schleswiger Dom und wurde nach Aufstellung des Brüggemann-Altars (1666) dort nach Neustadt verkauft.
  • Klassizistisches Rathaus von 1818/20, erbaut von Christian Frederik Hansen[10]
  • Pagodenspeicher (ehemaliger Kornspeicher) von 1830
  • Hornscher Speicher
  • Heiliggeist-Hospital von 1344
  • Lienaustift
  • Kremper Tor aus dem Mittelalter.
  • Nachrichtenmittelversuchskommando von 1920
  • Brückengeldeinnehmerhaus von 1846
  • Leuchtturm Pelzerhaken von 1843, umgebaut 1936

Museen

Das Heimatmuseum zeiTTor hieß vorher Ostholstein-Museum in Neustadt in Holstein und befindet sich seit 1908 im Kremper Tor. Allerdings existiert das Kremper Tor schon seit der Stadtgründung im Jahr 1244. Das Museum beherbergt unter anderem eine Ausstellung über das Leben der Menschen in Neustadt vor 7000 sowie vor 50 Jahren. Das zeiTTor wurde von der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein als familienfreundliche Einrichtung zertifiziert, da es für Kinder viele Mitmachmöglichkeiten, Aktionsbereiche und Exponate „zum Begreifen“ bietet. Außerdem gelangt man durch das zeiTTor in das Museum Cap Arcona.

Das Cap Arcona Museum wurde 1990 anlässlich des 45. Jahrestages des Cap Arcona Unglücks eröffnet. Es besteht aus zwei Räumen, welche durch den Haupteingang des Museums zeiTTor zu erreichen sind. In der Ausstellung befinden sich Originalstücke des verunglückten Schiffes. Zudem wird der Hintergrund der Katastrophe näher erläutert, sowie die Situation Neustadts gegen Kriegsende. Außerdem erhält man dort Information zu den Gedenk- und Grabstätten der Opfer des Cap Arcona Unglücks.

Das Fischereimuseum befindet sich am Netztrockenplatz des Neustädter Hafens. Es dokumentiert die Geschichte des Fischereiamts Neustadt, das seit 1474 existiert und somit das älteste Fischereiamt Deutschlands ist. Außerdem berichtet es über die Entwicklung des Fischfangs in Neustadt und Umgebung.

Das Fanmuseum Küstenwache existiert seit 2005. Es verfügt über eine Vielzahl an Requisiten, Fotos, Drehplänen und Hintergrundinformationen des Studio1-Teams. Dies gewährt einen Einblick hinter die Kulissen der TV-Serie Küstenwache. Das Museum ist in den Monaten Juni bis August für Besucher zugänglich. Es befindet sich im Studio 1, welches außerdem für Dreharbeiten verwendet wird.

Friedhöfe

Auf den meisten der Neustädter Friedhöfe sind Opfer der Cap-Arcona-Bombardierung beigesetzt.[11]

Anstaltsfriedhof

Eine kulturelle Besonderheit ist der ehemalige Friedhof der Provinzial Irren- und Heilanstalt Neustadt in Holstein (später Landeskrankenhaus Neustadt i.H.). Auf dem 1895/96 angelegten Anstaltsfriedhof am Parkweg wurden in den 1930er und -40er Jahren Opfer des NS-Euthanasierungsprogramms, später auch weitere Kriegsopfer beigesetzt (s. Ereignis Cap Arcona). Ein Gedenkstein und Grabplatten erinnern an die Opfer von der Cap Arcona.[12]

Evangelischer Nord- und Südfriedhof

Auf dem Friedhof an der Kirchhofsallee erinnern ein Holzbalkenkreuz und Namenstafeln an 322 Opfer der Cap-Arcona-Bombardierung.[12]

Ehrenfriedhof Cap Arcona

Am Ortsrand von Neustadt liegt an der Promenade Richtung Pelzerhaken, direkt am Ufer der Neustädter Bucht, der Ehrenfriedhof Cap Arcona, auf dem 621 der Opfer der Katastrophe vom 3. Mai 1945 in Massengräbern bestattet worden sind. Ein Gedenkstein nennt die Gesamtzahl von 7.000 Opfern und die Nationalitäten der Opfer.

Jüdischer Friedhof

Beim jüdischen Friedhof in Neustadt in Holstein handelt es sich um einen in den Jahren 1945 bis 1947 als separater Teil des evangelischen Friedhofes belegten Begräbnisplatz, auf dem ehemalige KZ-Häftlinge bzw. Displaced Persons beigesetzt wurden. Die offizielle Einweihung des Friedhofes fand am 5. Januar 1947 statt. Die deutsche Inschrift auf dem zentralen Gedenkstein dokumentiert, dass die meisten der hier Beigesetzten am 3. Mai 1945 verstarben, dem Tag der Befreiung von Neustadt durch das Britische Militär. Es dürfte sich zu einem erheblichen Teil um Opfer von der „Cap Arcona“ handeln. Die in den folgenden beiden Jahren Verstorbenen waren Insassen des großen DP-Lagers für ehemalige KZ-Häftlinge, das in dieser Zeit in Neustadt bestand. Viele der Insassen starben an den Folgen der erlittenen gesundheitlichen Schäden während der KZ-Zeit. Auf dem Friedhof wurden etwa 100 Beisetzungen vorgenommen. Die Grabsteine datieren vom 3. Mai 1945 bis 1947.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Neustadt veranstaltet seit 1951 alle drei Jahre (bis 1960 jährlich[13]) das Europäische Folklore-Festival, das bis 2004 als Europäische Volkstums- und Trachtenwoche bezeichnet wurde. Diese Veranstaltung wurde im Jahr 2013 in einem europaweiten Wettbewerb von der Stiftung Lebendige Stadt mit einem Preisgeld in Höhe von 1250 Euro ausgezeichnet als eines der schönsten Stadtfeste.[14]
  • Jedes Jahr im Februar findet die von der Stadt Neustadt geförderte Neustädter Chorakademie unter der Leitung renommierter deutscher Chordirigenten statt. Gastgebender Chor ist der Neustädter Kammerchor. Die Ergebnisse werden in einem musikalischen Gottesdienst in der Stadtkirche präsentiert.
  • Alljährlich im Mai findet im Neustädter Hafen und auf der Lübecker Bucht die Max-Oertz-Regatta mit klassischen Segelyachten statt.
  • Von Juni bis September veranstalten die Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Neustadt und die Stadt Neustadt den Neustädter Musiksommer. Diese Konzertreihe präsentiert zwischen sieben und neun klassische Konzerte mit namhaften nationalen und internationalen Künstlern; sie findet 2013 zum sechsten Mal statt.[15]
  • An jedem Adventssonnabend findet auf dem Marktplatz der „Meer“chenwald statt.
  • Jedes Jahr im Juli findet seit 1992 das Karate-Sommerlager statt, ausgerichtet vom Dojo Jiyu Neumünster
  • Jährliche Gogenkrog-Ausstellung
  • Alljährlich im Sommer findet das Fischeramtsfest auf dem Netzplatz am Hafen statt.

Vereine

In Neustadt in Holstein gibt es mehr als 60 Vereine. Der wohl bekannteste und größte Verein ist der TSV Neustadt in Holstein mit rund 1600 Mitgliedern, den Sparten Fußball, Handball, Turnen, Kinderturnen, Leichtathletik, Judo, Radsport, Volleyball, Basketball, Wandern, Modern Arnis, Aikido, Karate, Boxen, Boule, Tajiquan und Großtrampolin. Weitere Sportvereine sind der Tennisclub Grün Weiß e.V. Neustadt mit sechs direkt an der Ostsee gelegenen Tennisplätzen, einer Übungswand und einem Clubhaus. Der Verein hat über 100 jugendliche Mitglieder und ca. 280 Erwachsene. Ein weiterer wichtiger Verein ist der Karate Dojo Itosu Neustadt e.V. mit etwa 80 Karatekas. Seit über zehn Jahren wird im Dojo traditionelles Shōtōkan Karate gelehrt. Der Neustadt LC e.V. bietet eine Auswahl an zehn verschiedenen Sportarten. Er ist nach dem TSV Neustadt der zweitgrößte Verein.

Sportstätten

Die meisten Sportstätten Neustadts liegen am Gogenkrog. Sie bestehen aus der Gogenkroghalle und dem Gogenkrogplatz mit einem Rasen- und Kunstrasenplatz, einer Weitsprung- und Kugelstoßanlage, einer 400-m-Tartanbahn sowie Schießständen. Im Stadtgebiet gibt es ferner Fitnessstudios sowie eine Paintball-Arena.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Cay Dietrich Lienau (MdR) (1821–1878), Kaufmann und Politiker in Lübeck
  • Robert Heinrich Lienau (1866–1949), Musikverleger
  • Max Oertz (1871–1929), Yachtkonstrukteur, Aeronaut und Erfinder
  • Wilhelm Heydorn (1873–1958), Theologe, Heilpraktiker und Lehrer
  • Heinrich Bornhövd (1879–1960), Politiker (DVP), Reichstagsabgeordneter.
  • Carl Schröter (1888–1952), Politiker (DVP, CDU), MdB, MdL (Preußen, Schleswig-Holstein)
  • Willi Koch (1903–1968), Zeitungsverleger und Politiker
  • Heinz Burmeister (1913–1972), Kaufmann, Politiker
  • Ernst-Otto Schlöpke (1922–2011), niederdeutscher Schriftsteller
  • Adolf Clasen (* 1923), Klassischer Philologe und Lübecker Stadthistoriker
  • Kay Hoff (* 1924), Schriftsteller
  • Ulrich Welsch (* 1940), Arzt und Biologe, Professor für Mikroskopische Anatomie in München
  • Frieder Henf (* 1943), Jurist, Staatssekretär a. D.
  • Elisabeth Plessen (* 1944), Schriftstellerin
  • Harald Schliemann (* 1944), Jurist und Politiker, ehemaliger Justizminister in Thüringen (CDU)
  • Bernd Meyer (* 1946), Volkswirt, Professor für Volkswirtschaftslehre
  • Jens Rocksien (* 1946), Lehrer, Politiker
  • Wulf Diepenbrock (* 1947), Agrarwissenschaftler und Hochschullehrer
  • Frank Cordes (* 1971), Handballspieler
  • Kathrin Oxen (* 1972), evangelische Theologin
  • Ann-Katrin Schröder (* 1973), Journalistin und Fernsehmoderatorin

Literatur

  • Johannes Hugo Koch (Hrsg.): Heimatbuch Neustadt in Holstein. Selbstverlag J.H. Koch, Neustadt in Holstein 1967 (unter Mitarbeit von Werner Neugebauer, Lübeck, mit Beiträgen von Gerhard Seifert, Kiel, und Karl Hucke, Plön).
  • Wilhelm Lange: Cap Arcona. Dokumentation. Erstellt im Auftrag der Stadt Neustadt in Holstein. Struve’s Buchdruckerei und Verlag, Eutin 1988, ISBN 3-923457-08-1.
  • Franz-Josef Huschens: Neustadt in Holstein. Sutton Verlag, Erfurt 2002, ISBN 3-89702-476-4.
  • Hans-Joachim Birkholz: Historische Heimatkunde. Neustadt in Holstein – Geschichte und Geschichten. 1. Auflage. Balticum-Verlag, Neustadt in Holstein 2006 (Johannes Hugo Koch gewidmet).

Einzelnachweise

  1. ↑ Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012 (XLS-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. ↑ Der Präsident des Schleswig-Holsteinischen Oberverwaltungsgerichtes (Hrsg.): Müllheizkraftwerk Neustadt. In: Presseinformation. Nr. 127/2 E – 71, Schleswig 15. Februar 2010.
  3. ↑ Pressesprecher der ZVO-Gruppe: MHKW-Urteil: Langfristig wirtschaftliche Entsorgungsperspektive sichern. In: ZVO Entsorgung GmbH (Hrsg.): Presse-Information. Nr. A 12/10, Sierksdorf 15. Juli 2010, S. 3–4.
  4. ↑ Uwe Tychsen: Schiffbau im Neustädter Hafen im 17. Jahrhundert. In: Arbeitsgemeinschaft für Heimatkunde Ostholstein/Oldenburg (Hrsg.): Jahrbuch 2005. 2005 (online, abgerufen am 7. April 2013).
  5. ↑ Johannes Hugo Koch: Das neue Neustadt-Buch. Selbstverlag J.H. Koch, Neustadt 1980, S. 174.
  6. ↑ Stadt Neustadt in Holstein, Der Bürgermeister (Hrsg.): Herzlich willkommen zu Hause. Infobroschüre Neustadt, Pelzerhaken, Rettin. Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH, Neustadt in Holstein Januar 2004, S. 2.
  7. ↑ Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  8. ↑ Schulwebsite Gymnasium Neustadt
  9. ↑ Neustädter Kunst-Kilometer. Stadt Neustadt in Holstein, abgerufen am 20. Juni 2013.Hochspringen ↑ Uwe Tychsen: Wiederaufbau Neustadts in den Jahren 1818–1820. In: Arbeitsgemeinschaft für Heimatkunde Ostholstein/Oldenburg (Hrsg.): Jahrbuch 2005. 2005
  10. (online, abgerufen am 7. April 2013).
  11. ↑ Friedhöfe mit Opfern des 3. Mai 1945 in Neustadt
  12. ↑ Hochspringen nach: a b Förderkreis Cap-Arcona-Gedenken, Politische Memoriale e. V. Mecklenburg-Vorpommern (Hrsg.): Cap Arcona 3. Mai 1945. Gedenkstätten, Museen, Friedhöfe. Faltblatt von ca. 2012.
  13. ↑ Geschichte. Rhythmus der Trachtenwoche. Verein Europäische Trachtenwoche an der Ostsee in Neustadt in Holstein e. V., 2012–2013, abgerufen am 29. Juli 2013 (html, deutsch).
  14. ↑ „Das schönste Stadtfest“ innovativ – bürgernah – beliebt. Stiftungspreis 2013. In: Pressemitteilung. Stiftung Lebendige Stadt, abgerufen am 22. Juli 2013 (html, deutsch).
  15. ↑ Neustädter Musiksommer. Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Neustadt in Holstein, abgerufen am 31. August 2013 (html, deutsch).
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Ehrenfriedhof Cap Arcona

Koordinaten: 54° 5′ 20″ N, 10° 49′ 39″ O

Der Ehrenfriedhof Cap Arcona in Neustadt im Kreis Ostholstein (Schleswig-Holstein) ist ein Ehrenfriedhof, auf dem 621 Opfer des Untergangs der Cap Arcona und der Thielbek am 3. Mai 1945 bestattet sind und der zudem die zentrale Gedenkstätte für alle Opfer ist.

Er liegt östlich der Innenstadt von Neustadt direkt an der Lübecker Bucht / Ostsee. Die nach dem Untergang der Schiffe bei Neustadt angespülten Toten wurden zunächst in Einzel- oder Massengräbern - meist in Strandnähe - bestattet. 1948 wurde der Ehrenfriedhof angelegt.

Ehrenfriedhof

Die Anlage ist rechteckig (ca. 100 Meter breit und ca. 15 Meter tief) etwa in West-Ost-Richtung angelegt und wird von einer aus behauenem Naturstein errichten, halbhohen Mauer umschlossen. Das Tor selbst trägt die Inschrift "Ehrenfriedhof Cap Arcona" - am linken Torpfeiler befindet sich eine Bronzetafel auf der die Geschehnisse des Unterganges der Cap Arcona und Thielbek geschildert werden.

Der Eingang in der Mitte befindet sich direkt an dem in der Mitte der Anlage befindlichen Gedenkstein. Der mittlere Stein trägt die Inschrift "7000", "K-Z", "3.5.1945" (Anzahl der Opfer der Schiffsuntergänge; KZ & das Datum). Auf den rechts und links befindlichen Steinen werden die Nationalitäten der Opfer in ihren Landessprachen aufgelistet, einschließlich des hebräischen Begriffes „Jehudim“ für „Juden“. Vor dem Gedenkstein im Boden befindet sich seit 1983 eine Gedenktafel des DGB. Die Flächen auf der linken und rechten Seite des Gedenksteins werden von Beetflächen (über deren Gräbern) bzw. Rasenflächen eingenommen.

Gedenkfeier

Jährlich am 3. Mai wird dort von etwa 100 Menschen der Opfer gedacht.[1] Die Bundespolizei Neustadt (Holstein), die KZ-Gedenkstätte Neuengamme, der DGB und andere Vereinigungen legen dort in einer Feierstunde Kränze nieder. Die jüdische Gemeinde Lübeck hält ein Totengebet. Zwei Stelen zwischen Promenade und Ufer dokumentieren den Hergang und die damalige Position der Schiffe.[2]

Informationstafeln

Am westlichen Ende des Ehrenfriedhof befindet sich eine Holzplattform, auf der sich zwei Metallstelen befinden, auf denen die Ereignisse und Näheren Umstände des Untergangs der Cap Arcona und der Thielbek geschildert werden sowie ein Blick auf die Untergangsstelle der Schiffe ermöglicht wird.

Stutthofweg

Der Weg im Bereich des Ehrenfriedhofs wurde in Erinnerung an die Ermordung von mehr als 200 Häftlingen des KZ Stutthof am Strand von Neustadt durch ein SS-Kommando und weitere Bewaffnete Stutthofweg benannt. Die Schleppkähne mit den Häftlingen waren nachts an den Strand getrieben worden.[2]

Literatur

  • Wilhelm Lange: Cap Arcona. Dokumentation. Struve’s Buchdruckerei und Verlag, Eutin 1988, ISBN 3-923457-08-1.

Einzelnachweis

  1. ↑ Zeitzeuge erinnert sich an Cap-Arcona-Tragödie. In: Lübecker Nachrichten vom 4. Mai 2013, S. 15
  2. ↑  nach: a b Förderkreis Cap-Arcona-Gedenken, Politische Memoriale e. V. Mecklenburg-Vorpommern (Hrsg.): Cap Arcona 3. Mai 1945. Gedenkstätten, Museen, Friedhöfe. Faltblatt von ca. 2012.

 

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